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Von Barock bis Moderne: Ferrara Duo verzauberte mit vielfältigen Klangfarben

 
Ein Fagott und eine Gitarre – eine seltene Kombination in der klassischen Musik. Das Ferrara Duo, mit Annina Holland-Moritz (Fagott) und Stefan Conradi (Gitarre), spannte in der evangelischen Kirche einen Bogen vom Barock bis zur Moderne und brachte farbenreiche Klänge. Rund 30 Besucher erlebten am Sonntagabend ein Konzert, das von leisen Tönen und feiner Abstimmung lebte.
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Veranstalter war der Förderverein der Kirche. Dessen Vorsitzende, Karin Ullrich-Brox, begrüßte die Gäste und lud zum offenen Hören ein. Sanftes Licht tauchte den Altarraum in eine warme Atmosphäre, während das Kirchenschiff in gespannter Stille verharrte.  
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Von Beginn an entfaltete das Zusammenspiel seine Wirkung: Das Fagott führte mit warmem, erzählerischem Klang, die Gitarre antwortete, begleitete und setzte Akzente. Ein musikalischer Dialog, ein Tanz der Instrumente.
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Annina Holland-Moritz und Stefan Conradi führten abwechselnd durch das Programm und gaben Einblicke in die Werke und ihre Komponisten. Conradi erinnerte sich, vor etwa 15 Jahren als Tourist in Dilsberg gewesen zu sein – nun kehrte er als Musiker zurück. Den Auftakt machte die sanft wiegende „Nocturne Nr. 1“ von Friedrich Burgmüller.
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Es folgte eine Fantasie von Silvius Leopold Weiss, einem der bedeutendsten Lautenisten des Barock, der am Dresdner Hof wirkte und wohl auch Johann Sebastian Bach begegnete. Das fein gearbeitete Gitarrensolo ließ die barocke Klangwelt lebendig werden. In der „Romanze Nr. 2“ von Ludwig van Beethoven übernahm das Fagott die gesangliche Linie. Eine lyrische Einleitung führte in das ruhige Thema, das zwischen Gitarre und Fagott wechselte, variiert und wiederholt wurde.
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Ein kurzes Knacken an der Gitarre verriet die kühle Temperatur in der Kirche: Conradi stimmte sein Instrument, das aus dem Jahr 1917 stammt, nach und setzte das Spiel fort. Mit Gaspar Sanz zog spanischer Barock mit einem weiteren Gitarrensolo ein. Das Präludium mit improvisierten Akkorden, die würdevolle Pavane und die lebhaften Canarios zeigten eindrucksvoll die Vielfalt dieser Musik. „Walthers Preislied“ aus den „Meistersingern“ von Richard Wagner verschmolz Liebesgesang und künstlerisches Bekenntnis zur freien Kunst. Walther gewann damit Evas Hand und die Aufnahme in die Gemeinschaft der Meistersinger.
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Einen eigenen Farbakzent setzte Manuel de Falla mit der „Danza del Molinero“. Als prägender Komponist der spanischen Nationalmusik verband er folkloristische Elemente mit impressionistischen Gitarrenklängen. Mit drei Ragtimes von Scott Joplin zog beschwingte Leichtigkeit ein. Die rhythmischen Stücke brachten das Publikum zum Mitwippen und setzten einen heiteren Kontrast. 
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Den Abschluss bildete „Der Mann mit dem Fagott“ von Udo Jürgens. Inspiriert von der Lebensgeschichte seines Großvaters, der ein Fagott hörte, als er entscheiden musste, ob er nach Amerika auswandern oder nach Russland gehen sollte, entfaltete sich eine melancholisch-romantische Melodie, die das Fagott warm und einfühlsam trug.
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Das Ferrara Duo, 2010 in Mannheim gegründet, bearbeitet viele Werke selbst, da es für diese Kombination kaum Originalliteratur gibt. Annina Holland-Moritz, staatlich geprüfte Musiklehrerin, unterrichtet an verschiedenen Musikschulen und spielt in mehreren Orchestern. Stefan Conradi, der in Karlsruhe und Wien studierte, arbeitet in einem Musikverlag für zeitgenössische Musik. Das Publikum dankte mit großem Applaus.
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Als Zugabe erklang „I Walk the Line“ von Johnny Cash. Conradi griff hier zur Ukulele – ein beschwingter Ausklang. Im Anschluss lud der Förderverein zu einem Glas Sekt ein.
Text: Manuela Büch
Bilder: Burkhard Zantopp
12.04.2026
 
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